Manfred Gönsch soll Landrat werden

Manfred Gönsch

Am 26. März 2006 werden im Hochtaunuskreis nicht nur die Parlamente von Gemeinden, Städten und des Kreises neu gewählt. Nach dem Wechsel von Landrat Jürgen Banzer nach Wiesbaden wird auch sein Nachfolger gewählt. Die SPD hat dafür Manfred Gönsch, den 55jährigen Richter und Vorsitzenden der SPD-Kreistagsfraktion nominiert. „Ich bin sehr optimistisch,“ sagt Manfred Gönsch, der seit 1989 im Kreistag ist und seit 1997 die Faktion leitet. Manfred Gönsch ist seit vielen Jahren mit den Problemen des Hochtaunuskreises bestens vertraut.. In Bad Homburg geboren und aufgewachsen lebt er seit vielen Jahren in Steinbach. Seiner Meinung nach hat Landrat Banzer bei seinem Wechsel nach Wiesbaden einen großen Berg an Problemen hinterlassen. Manfred Gönsch sieht Handlungsbadarf in vielen Bereichen:

Eine der wichtigsten Aufgaben ist die Realisierung des Schulbau- und Schulsanierungsprogramms. Es müsse ein gerechter Ausgleich zwischen neuen und „in die Jahre gekommenen“ Schulen hergestellt werden.

Die Standorte der beiden Krankenhäuser des Kreises in Bad Homburg und Usingen müssen langfristig gesichert werden. Dazu gehört, dass beide Krankenhäuser jeweils besondere Schwerpunkte bei den medizinischen Fachrichtungen erhalten. Ein Neubau alleine reicht angesichts der schwierigen Situation zahlreicher Krankenhäuser in der Bundesrepublik nicht mehr aus.

Im öffentlichen Personennahverkehr, so Gönsch, der selbst jeden Tag zu seiner Dienststelle beim Frankfurter Amtsgericht mit der S-Bahn fährt, soll der S-Bahn-mäßige Ausbau der Taunusbahn eine Verbesserung für die Pendler aus dem Usinger Land bringen. Die Finanzierung der seit langem diskutierten sogenannten „Tangente West“, einer Strecke direkt zum Flughafen und Wiesbaden, müsse von allen Beteiligten mit dem Willen zum positiven Ergebnis vorangetrieben werden.

Als eine der Möglichkeiten, der Perspektivlosigkeit in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit auf Kreisebene zu begegnen fordert Gönsch unter anderem den Ausbau der „Taunus-Dienste“ als Instrument zur Qualifizierung, Ausbildung und Förderung von Arbeitslosen.

Angesichts des zunehmenden Anteils älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung darf auch die Kreispolitik die daraus resultierenden Probleme nicht aus den Augen verlieren. So gelte es, nicht nur angemessene Wohnmöglichkeiten, sondern auch das Umfeld für das Leben im Alter schon in der Bauplanung, Finanzierung und Genehmigung zu berücksichtigen.

Für den Wettbewerb der Regionen hält Manfred Gönsch eine enge Verzahnung der Städte und Kreise im Rhein-Main-Gebiet für vordringlich. Wo die Grenzen einer regionfernen Zentralisierung liegen, habe der gescheiterte, von der Landesregierung betriebene Kulturpflichtverband gezeigt. Dieser Pflichtverband bedeute das Ende für jede Kultur- und Vereinsförderung vor Ort. So lasse sich die Zukunft der Region nicht sichern.

Nur ein Kassensturz könne die finanzielle Lage des Kreises, die vom bisherigen Landrat immer klein geredet worden sei, wieder auf eine solide Grundlage stellen. Nicht ohne Grund habe der Regierungspräsident für den Haushalt Auflagen erteilt und ein rigides Haushaltskonsolidierungskonzept vom Kreis verlangt.

Die Zeit der einsamen Entscheidungen werde mit seiner Wahl beendet sein, so Manfred Gönsch, der im Weggang des bisherigen Landrats eine Chance für einen positiven Neubeginn der Politik für den Hochtaunuskreis sieht.

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